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Hochwasserkatastrophe 2013 Bundesland Salzburg

 Bilanz der Einsatzkräfte
 Erkenntnisse aus dem Katastropheneinsatz
 Offene Forderungen an die Politik - oft eingebracht, noch immer nicht umgesetzt!

Die Feuerwehren im Bundesland Salzburg standen in den vergangenen Tagen aufgrund der Hochwasserkatastrophe im Dauereinsatz. Tausende Einsatzkräfte gingen dabei an die Belastungsgrenze. Nach Abarbeitung der akuten Notfälle wurde mit den Aufräumungsarbeiten in den betroffenen Gebieten begonnen. 

Bilanz der Einsatzkräfte

Die Feuerwehren und ihre Mitglieder garantieren eine rasche, unkomplizierte, kompetente Hilfeleistung innerhalb kürzester Zeit. Da bereits Mitte letzter Woche länger anhaltende Niederschläge zu verzeichnen waren, mussten einige Feuerwehren - bereits mit Freitag beginnend - zu Auspumparbeiten ausrücken. Die Situation verschärfte sich am Samstag und hielt bis Montag an. Erst danach gingen die Pegel zurück und die Situation entspannte sich langsam. Von Samstag, dem 01.06.2013 bis inklusive Donnerstag, dem 06.06.2013 rückten 139 Feuerwehren und Löschzüge zu mehr als 3.000 Einsatzstellen mit insgesamt 8.000 Einsatzkräften aus. Am Sonntag, dem 02.06.2013 waren gleichzeitig mehr als 4.400 Feuerwehrkräfte im Einsatz.

Die Feuerwehren des Bundeslandes Salzburg verfügen über circa 1.000 Tauchpumpen für den Hochwassereinsatz.

 Folgenden Aufgaben stellten und stellen sich derzeit noch die Einsatzkräfte:
• Auspumparbeiten
• Schadensabwehr durch Errichtung von Dämmen mit Sandsäcken
• Unterstützung bei der Evakuierung von Personen in gefährdeten Objekten
• Menschenrettung
• Tierrettung
• Unterstützung bei Suchaktionen von vermissten Personen
• Fahrzeugbergungen
• Sicherung bei abgegangen Muren und gefährdeten Hängen
• Beseitigung von Treibgut, um Verklausungen zu verhindern
• Freimachen von Verkehrswegen
• Aufräumarbeiten

Erkenntnisse aus dem Katastropheneinsatz

Die Feuerwehren sind auf solche Ereignisse gut vorbereitet. Dies haben die letzten Tagen eindrucksvoll bewiesen. Von der Alarmierung bis hin zur Einsatzkoordinierung sowie Kommunikation wurden die richtigen Vorbereitungen getroffen. Die Feuerwehren bildeten rechtzeitig Reserven, um die mehrtägigen Einsätze bewältigen zu können.  Es gilt nun, die Lager mit KAT-Geräten wieder für den nächsten Einsatz aufzubereiten. Da die  Böden noch stark mit Wasser gesättigt sind, kann es bei weiteren ergiebigen Niederschlägen, leichter zu erneuten Überflutungen kommen.
Bewährt hat sich auch die flächendeckende Präsenz unserer Feuerwehren.

Es ist wichtig, dass in jeder Gemeinde und in vielen Ortsteilen Feuerwehren und Löschzüge mit den geschulten Kräften und einer modern Ausrüstung vorhanden sind. Gerade im Rahmen dieses Einsatzes waren  oft Gemeinden bzw. Ortsteile von der Außenwelt abgeschnitten, durch das Vorhandensein von entsprechenden Feuerwehr-Strukturen konnte aber auch dort geholfen werden. In einigen Gebieten mussten die Einsatzkräfte aber bis an das Limit ihrer Kräfte gehen.

Bewährt hat sich auch das System der überörtlichen Hilfeleistung innerhalb unseres Feuerwehrsystems – dies über Gemeinde-, Abschnitts-, Bezirks- und Landesgrenzen hinaus. So halfen Einsatzkräfte aus Tirol und der Steiermark in Salzburg aus, Salzburger Einsatzkräfte wiederum brachten wichtige Unterstützung nach Oberösterreich und Freilassing.   

Besonders bewährt haben sich die mobilen Hochwasser-Pumpanhänger, die in den Gemeinden Schleedorf, Adnet, St. Veit im Pongau, Saalfelden und Mariapfarr seit 2006 stationiert sind. Diese Hochwasser-Pumpanhänger sind mit einem 75 KVA Stromaggregat und jeweils drei großen elektrischenTauchpumpen mit einer Leistung von je 3.300 l/min und je einer Schlammpumpe mit einer Leistung von 2.300 l/min ausgestattet. Drei weitere sind gerade in Beschaffung.

Die beiden neuen Hochleistungspumpenanhänger (HLP) kamen erstmals zum Einsatz und legten eine gelungene Bewährungsprobe ab. Derzeit sind beide beim Landesfeuerwehrverband Salzburg stationiert. Gegen Ende dieses Jahres wird eine der beiden HLP`s nach St. Johann verlegt. Die Pumpen sind auf einem Tandem-Tieflader-Anhängerfahrgestell aufgebaut und verfügen über eine Leistung von je 15.000l/min. Die beiden Pumpen wurden beim Umspannwerk Hagenau und in den Gemeinden Oberndorf, Wals-Siezenheim, Zell am See, Freilassing (D) und in Schärding (OÖ) eingesetzt.

Unser Dank gilt gleichermaßen wertschätzend allen eingesetzten Kräften der Einsatz- und Rettungsorganisationen, den eingesetzten Einheiten des ÖBH. den unzähligen freiwilligen Helferinnen und Helfern, den MitarbeiterInnen von Behörden und Dienststellen des Bundes, der Länder und insbesondere der Gemeinden, wie auch den zahlreichen MitarbeiterInnen unterschiedlichster Unternehmen. Insbesondere auch den Familien unser Feuerwehrmitglieder und den vielen Firmen, die unseren Mitgliedern die Einsatzleistung (in vielen Fällen auch bei Fortzahlung des Gehaltes/Lohnes) ermöglicht haben.

Offene Forderungen an die Bundespolitik -
oft eingebracht und trotz vieler Gespräche noch immer nicht umgesetzt!

Die Entgeltfortzahlung für den Katastropheneinsatz (nicht für den alltäglichen Feuerwehreinsatz)!
Hier sollen Unternehmen eine Entschädigung erhalten, wenn sie Mitarbeiter freiwillig in den Katastropheneinsatz freistellen. Dabei geht es den Feuerwehren nicht um den „alltäglichen Einsatz“, sondern rein um den Katastrophenschutz der Bevölkerung. Eine Kostenschätzung des Sozialministeriums hat ca. € 10 Mio pro Jahr ergeben. Diese Mittel müsste der Bund gesondert bereitstellen.

Sicherung der Mittel aus dem Katastrophenfond für die Feuerwehren:
Für die Feuerwehren ist eine Planbarkeit bei der Beschaffung von Einsatzgeräten für den Katastrophenschutz unabdingbar. Bis Ende 2011 gab es eine Deckelung der Mittel aus der Feuerschutzsteuer und der Mittel des Katastrophenfonds in Höhe von gesamt € 93 Mio.  Diese Vereinbarung wurde unverständlicherweise seitens des Bundes nicht mehr verlängert und so sind die Mittel für alle Feuerwehren im Jahr 2012 auf € 88 Mio zurückgegangen. Die Reduktion allein für das Bundesland Salzburg belief sich auf c. € 0,3 Mio.

Dies obwohl die Feuerwehren bei der Anschaffung die ständigen Preis- und Indexsteigerungen bei der Geräteschaffung tragen müssen.
Um für die Zukunft gerüstet zu sein müssen diese Mittel wieder dauerhaft auf zumindest € 95 Mio - mit einer entsprechenden Indexregelung - angepasst werden. Nur so kann eine zeitgemäße und vor allem sichere Ausstattung für die mehr als 300.000 Feuerwehrfrauen- und Männer in ganz Österreich gewährleistet werden.

Katastrophenhilfe im Ausland


Hier fehlt den Feuerwehren noch immer die rechtliche Klarstellung. Grundsätzlich werden Einsätze im Ausland im Auftrag der Republik durchgeführt. Hier gilt es für die eingesetzten Kräfte so grundlegende Bereiche, wie den Versicherungsschutz und die gesundheitliche Sicherheit (wie die Kostenübernahme) zu regeln. Warum dieser Punkt noch nicht positiv erledigt wurde, ist für die Feuerwehren nicht nachvollziehbar.
Der internationale Einsatz braucht klare rechtliche Rahmenbedingen.

Es gäbe noch einige weitere Forderungen – die drei vorher genannten sind aber die wesentlichen Punkte, deren Erfüllung für unsere Feuerwehren immens wichtig ist.

Quelle: LFV Salzburg

 

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